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Muss ich meine Preise öffentlich zeigen, damit KI-Tools mich als Option nennen?

von Johannes Zimmer··6 Min. Lesezeit·GEO · Preise
Kurz gesagt

Nein. Eine öffentliche Preisliste ist keine Voraussetzung, um in KI-Antworten genannt zu werden. Google schreibt ausdrücklich, dass AI Overviews und AI Mode keine besondere Optimierung brauchen. Eine Preisangabe gehört nicht zu den Voraussetzungen. Bei Produktempfehlungen in ChatGPT ist der Preis laut OpenAI ein Faktor unter mehreren. Nennt die nutzende Person ein Budget, zählt er mehr, sonst achtet ChatGPT eher auf andere Aspekte. Teuer wird das Schweigen über Preise bei einer bestimmten Art von Frage: „Was kostet …?“. Steht die Antwort darauf nicht auf deiner Seite, kann eine KI sie nur aus anderen Quellen bilden. In Deutschland kommt eine Pflicht hinzu: Wer als Unternehmen Verbraucher*innen etwas anbietet, muss nach der Preisangabenverordnung Gesamtpreise angeben.

Das Wichtigste in Kürze
  • Weder Google noch ChatGPT verlangen eine Preisliste, damit sie dich nennen können.
  • Preise entscheiden bei Budget- und Kostenfragen, bei reinen Auswahlfragen kaum.
  • Eine Kostenfrage beantwortest du auch ohne Festpreis: mit Preisrahmen, Kostentreibern und einem Beispiel.
  • Wer Verbraucher*innen gegenüber Preise nennt, muss den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer angeben.
  • Das Einkaufskarussell von ChatGPT ist laut OpenAI derzeit nur in den USA live.

Was KI-Systeme tatsächlich voraussetzen

Die Voraussetzungen sind technisch, nicht kaufmännisch. Bei Google muss eine Seite indexiert sein und mit Snippet in der Suche erscheinen dürfen. Laut Googles Leitfaden zu generativen KI-Funktionen muss die Website außerdem in der Search Console für diese Funktionen zugelassen sein. Das ist bei der Einstellung „Search generative AI“ der Standardwert für alle Properties. Du musst also nur prüfen, dass dort niemand den Ausschluss gewählt hat. Eine Preisangabe gehört nicht dazu, auch kein spezielles Schema-Markup. Bei den Produktergebnissen von ChatGPT entscheidet laut OpenAI die Relevanz für die Anfrage. OpenAI nennt als Beispiel, dass ChatGPT verfügbare Optionen, Preis, Bewertungen und Bedienbarkeit abwägen kann.

Ob eine Antwort dich nennt, hängt bei uns an vier Stufen: erreichbar, lesbar, zitierfähig, relevant. Ein fehlender Preis betrifft nur die letzte Stufe. Gemeint ist damit, ob deine Seite die Frage beantwortet, die wirklich gestellt wird.

Bei welchen Fragen der Preis zählt

FragetypBeispielRolle des PreisesWas auf die Seite gehört
Auswahlfrage ohne Budget„Welche Agentur in Hamburg baut Shopware-Shops?“Nebensache: Selbst bei Produktempfehlungen achtet ChatGPT ohne Budgetangabe eher auf andere AspekteLeistung, Region, Zielgruppe und Referenzen als lesbarer Text
Budgetfrage„Beste Kaffeemühle unter 200 Euro“Entscheidend: Mit Budget gewichtet ChatGPT den Preis stärkerKonkreter Preis im HTML, bei Produkten zusätzlich im Offer-Markup
Kostenfrage„Was kostet eine Individualsoftware für ein 50-Personen-Unternehmen?“Der Preis ist die Frage selbstPreisrahmen, Kostentreiber, Beispielrechnung
Vergleichsfrage„Tool A oder Tool B für ein kleines Team?“Ein Kriterium unter mehrerenPreismodell klar benennen, Erwähnungen außerhalb der eigenen Domain

Die letzte Zeile hat eine Besonderheit. Bei Vergleichs- und Empfehlungsfragen greifen Antwort-Engines nach unserer Beobachtung häufig auf Übersichten, Fachmedien und Bewertungsplattformen zurück statt auf Anbieterseiten. Ein Preis auf der eigenen Seite allein bringt dich dort nicht hinein.

Wie du die Kostenfrage ohne Preisliste beantwortest

Viele Anbieter haben keinen Listenpreis, weil jedes Projekt anders ist. Ein „Preis auf Anfrage“ liefert aber keinen Satz, den eine KI in eine Antwort einsetzen könnte. Diese Schritte füllen die Lücke:

  1. Echte Kostenfragen sammeln. Nimm die Formulierungen aus Vertriebsmails, Angebotsgesprächen und Support-Tickets, nicht aus der Keyword-Liste.
  2. Eine Frage als Überschrift setzen und im ersten Satz darunter beantworten. Bedingungen und Ausnahmen kommen danach. So baust du einen Antwort-Block, der für sich allein stehen kann.
  3. Einen Rahmen nennen statt eines Festpreises. Eine Spanne oder ein Einstiegspreis mit Angabe, was enthalten ist.
  4. Die Kostentreiber benennen. Zwei bis drei Faktoren, die den Preis nach oben oder unten bewegen.
  5. Ein Beispiel rechnen und dazuschreiben, welche Annahmen darin stecken.
  6. Datieren und im HTML ausliefern. Ein Stand-Datum macht die Zahl belegbar. Eine Preistabelle als Bild ist kein Text. Was per JavaScript nachgeladen wird, sehen viele KI-Crawler nicht. Laut einer Messung von Vercel und MERJ führen die Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity kein JavaScript aus, nur Googles Infrastruktur und AppleBot rendern es.

Als Vorlage zum Anpassen, die eckigen Klammern ersetzt du durch deine Werte:

Was kostet [Leistung] für [typische Kundschaft]?

[Leistung] kostet bei uns in der Regel zwischen [X] und [Y] Euro
[inkl. USt. / zzgl. USt.]. Den Ausschlag geben drei Faktoren:
[Faktor 1], [Faktor 2] und [Faktor 3]. Beispiel: Für [konkreter Fall
mit Annahmen] lagen wir zuletzt bei [Z] Euro. Stand: [Monat Jahr].

Der häufigste Fehler danach: Die Spanne steht nur im Angebots-PDF, und die Website schweigt weiter. Der zweite: Die Zahl veraltet und widerspricht dem, was Interessierte im Gespräch hören.

Wann du Preise ohnehin angeben musst

Für Unternehmen, die an Verbraucher*innen verkaufen, ist die Ausgangsfrage teils schon beantwortet. Die Preisangabenverordnung gilt seit dem 28. Mai 2022. Sie regelt Preisangaben von Unternehmern gegenüber Verbrauchern, reine B2B-Angebote fallen also nicht darunter. Nach § 3 Absatz 1 PAngV muss Gesamtpreise angeben, wer Verbraucher*innen als Unternehmer Waren oder Leistungen anbietet oder ihnen gegenüber unter Angabe von Preisen wirbt.

Für die Vorlage oben heißt das: Richtet sich deine Seite an Verbraucher*innen, muss jede genannte Zahl ein Gesamtpreis sein. Das ist laut § 2 PAngV der Preis einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile. Wer das vorsätzlich oder fahrlässig nicht, nicht richtig oder nicht vollständig angibt, handelt ordnungswidrig. Die Geldbuße kann bis zu 25.000 Euro betragen. Ob deine Seite im Einzelfall schon als Angebot im Sinne der Verordnung gilt, klärst du im Zweifel mit einer Rechtsberatung.

So prüfst du, ob deine Seite die Kostenfrage beantwortet

Der schnelle Test: Öffne „Seitenquelltext anzeigen“ und suche nach deiner Preisspanne. Fehlt sie dort, fehlt sie auch für KI-Crawler, die kein JavaScript ausführen. Danach stellst du die gesammelten Kostenfragen in ChatGPT, Perplexity und der Google-Suche, und zwar mehrmals, weil die Antworten zwischen zwei Durchläufen schwanken.

Bei vielen Fragen wird das Abhaken mühsam. Unser Antwort-Check gleicht jede Frage aus dem Scouting mit deiner Website ab. Er nennt die Fundstelle bis auf den Abschnitt und schreibt bei Teilantworten dazu, was fehlt. Bewertet wird die Abdeckung, nicht die Qualität des Textes. Im Free-Plan ist eine einmalige Fragen-Recherche enthalten, die wöchentlichen Trends gehören zu den bezahlten Plänen.

Häufige Fragen

Reicht „Preis auf Anfrage“ für KI-Antworten?

+

Für eine Auswahlfrage ohne Budget schadet der Satz nicht. Auf eine Kostenfrage gibt er aber keine Antwort, eine KI muss die Zahlen dann woanders finden. Ergänze deshalb mindestens die Kostentreiber und einen Rahmen.

Muss ich Preise als strukturierte Daten auszeichnen?

+

Für KI-Funktionen in der Google-Suche nicht: Strukturierte Daten sind dafür nicht erforderlich. Selbst für Produkt-Snippets braucht Google nur eine der Angaben Bewertung, Gesamtbewertung oder Angebot, ein Preis ist also nicht zwingend. Wenn du Markup nutzt, muss es zum sichtbaren Text passen.

Muss ich bei ChatGPT einen Produkt-Feed einreichen?

+

Nein. OpenAI schreibt, dass ein Feed nicht nötig ist, wenn ChatGPT deine Seite ohnehin crawlt. Er gibt dir aber mehr Kontrolle über Preise und Verfügbarkeit. Das Einkaufserlebnis ist nach derselben Seite bisher nur in den USA live.

Werde ich mit individuellen Angeboten überhaupt genannt?

+

Ja, für Auswahl- und Vergleichsfragen ist ein fehlender Listenpreis kein Ausschlussgrund. Kostenfragen kannst du trotzdem beantworten, mit Spanne, Faktoren und einem datierten Beispiel.

Johannes Zimmer
Johannes Zimmer ist Gründer von flize (sitebrunch GmbH) und hilft Unternehmen und Agenturen, in KI-Antworten sichtbar zu werden.
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