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Wie erkenne ich in Google Analytics, welche Besucher*innen von ChatGPT oder Perplexity kommen?

von Johannes Zimmer··6 Min. Lesezeit·GEO · Analytics
Kurz gesagt

In Google Analytics 4 findest du diese Besuche im Bericht „Zugriffsquellen“ unter dem Channel AI Assistant. Seit dem 13. Mai 2026 setzt Google automatisch das Medium ai-assistant und den Kampagnennamen (ai-assistant), wenn der Referrer zu einem erkannten KI-Assistenten gehört. ChatGPT hängt zusätzlich utm_source=chatgpt.com an die Links in seinen Antworten. Klicks aus Google AI Overviews und dem AI Mode landen dagegen nicht in diesem Channel, sondern in Organic Search.

TL;DR
  • Der Channel „AI Assistant“ ist Teil der Standard-Channelgruppe und muss nicht eingerichtet werden (Google Analytics, Neuerungen).
  • Google nennt als Beispiele ChatGPT, Gemini, Deepseek, Copilot und Grok. Perplexity steht nicht in dieser Aufzählung: Prüfe die Sitzungsquelle selbst.
  • Eine eigene Channelgruppe mit Regex fängt zusätzlich ab, was der Standard nicht erkennt, und wirkt rückwirkend.
  • ChatGPT-Links tragen utm_source=chatgpt.com, bestätigt von OpenAI.
  • Deine Zahlen sind eine Untergrenze, nicht die Wahrheit: fehlende Referrer, Einwilligung, Adblocker.
  • Analytics zeigt Klicks, nicht Erwähnungen. Wer dich nennt, ohne dass jemand klickt, bleibt unsichtbar.

Der schnellste Weg: der Channel „AI Assistant“

Vier Schritte, keine Konfiguration:

  1. Öffne in GA4 Akquisition → Zugriffsquellen.
  2. Setze als primäre Dimension die Standard-Channelgruppe der Sitzung.
  3. Suche die Zeile AI Assistant. Sie enthält die Besuche, bei denen der Referrer zu einem erkannten Assistenten gehört.
  4. Schalte als sekundäre Dimension die Sitzungsquelle dazu. Erst dort siehst du, ob hinter der Zeile chatgpt.com, perplexity.ai oder etwas anderes steckt.

Schritt 4 ist der wichtige. Die Beschreibung des Channels in Googles Dokumentation zur Standard-Channelgruppe nennt ChatGPT, Gemini, Deepseek, Copilot und Grok als Beispiele, die vollständige Liste der erkannten Assistenten veröffentlicht Google nicht. Perplexity taucht in dieser Aufzählung nicht auf, wohl aber in der neuen Dimension Quellgruppe, die Google seit dem 11. Juni 2026 ausliefert und die ChatGPT (OpenAI) und Perplexity als eigene Gruppen führt. Verlass dich also nicht darauf, dass beide Assistenten im selben Channel landen. Sieh nach.

Woran du die einzelne Quelle erkennst

HerkunftDas siehst du in GA4Praxishinweis
ChatGPT (Web)Sitzungsquelle chatgpt.com, Medium ai-assistant, Kampagne (ai-assistant)Der Parameter utm_source=chatgpt.com steht zusätzlich in der Landingpage-URL
PerplexitySitzungsquelle enthält perplexityIn Googles Regex-Beispiel für KI-Assistenten enthalten, in der Channel-Beschreibung nicht genannt: mit eigener Channelgruppe absichern
Google AI Overviews, AI Modegoogle / organic, Channel Organic SearchLaut Google ausdrücklich nicht im Channel AI Assistant, eine Trennung von der klassischen Suche ist hier nicht vorgesehen
KI-App ohne Referrer(direct) / (none)Taucht nur auf, wenn ein UTM-Parameter überlebt, sonst nicht zuzuordnen

Dass ChatGPT den UTM-Parameter selbst setzt, schreibt OpenAI in seiner FAQ für Publisher und Entwickler: Wer OAI-SearchBot Zugriff gibt, kann den Referral-Traffic aus ChatGPT damit in Analytics-Plattformen nachverfolgen.

Eigene Channelgruppe: wenn du es genauer brauchst

Für Agenturen und alle, die den Verlauf sauber über Monate vergleichen wollen, ist eine eigene Channelgruppe der stabilere Weg. Google beschreibt den Fall in der Hilfe zu benutzerdefinierten Channelgruppen selbst als Beispiel „AI assistants“:

  1. Admin → Datenanzeige → Channelgruppen öffnen, neue Gruppe als Kopie der Standardgruppe anlegen. Du brauchst mindestens die Rolle „Bearbeiter“ auf Property-Ebene.
  2. Einen Channel anlegen, zum Beispiel „KI-Assistenten“, Bedingung stimmt mit Regex überein.
  3. Diesen Ausdruck einsetzen, er stammt aus Googles Beispiel:
    ^.*ai|.*\.openai.*|.*chatgpt.*|.*gemini.*|.*gpt.*|.*copilot.*|.*perplexity.*|.*google.*bard.*|.*bard.*google.*|.*bard.*|.*.*gemini.*google.*$
  4. Die Reihenfolge ändern, sodass der neue Channel über „Referral“ steht. Ein Zugriff landet im ersten Channel, dessen Definition er trifft.
  5. Gruppe speichern und in „Nutzergewinnung“ oder „Zugriffsquellen“ als primäre oder sekundäre Dimension auswählen.

Drei Dinge, die später Ärger sparen: Benutzerdefinierte Channelgruppen wirken rückwirkend, du siehst deine Historie also sofort. Pro Property sind in Standard-Properties 2 Gruppen zusätzlich zur vordefinierten erlaubt, mit je 50 Channels. Und im BigQuery-Export stehen sie nicht zur Verfügung. Wer dort auswertet, filtert weiter über Quelle und Medium.

Der Regex ist weit gefasst. ^.*ai trifft jede Quelle, die mit „ai“ beginnt, und .*gpt.* trifft auch Domains, die mit einem Assistenten nichts zu tun haben. Sieh dir nach zwei Wochen die Sitzungsquellen in deinem neuen Channel an und kürze den Ausdruck auf die Domains, die bei dir wirklich vorkommen. Google weist selbst darauf hin, dass du den Ausdruck pflegen musst, wenn neue Assistenten dazukommen.

Warum deine Zahlen zu niedrig sind

Jede dieser Zahlen ist eine Untergrenze. Google listet in der Hilfe zu „(direct) / (none)“ die Gründe: fehlende UTM-Parameter, Weiterleitungen und Kurz-URLs, die Parameter unterwegs abschneiden, dazu Adblocker, die das Tracking stören.

Dazu kommt in Deutschland die Einwilligung. Nach § 25 Abs. 1 TDDDG ist das Speichern von Informationen auf dem Endgerät und der Zugriff darauf nur zulässig, wenn die Endnutzerin oder der Endnutzer auf Grundlage klarer und umfassender Informationen eingewilligt hat. Analytics-Cookies fallen in der Regel darunter, solange keine Ausnahme nach § 25 Abs. 2 TDDDG greift. Wer ohne Einwilligung speichert oder zugreift, handelt nach § 28 Abs. 1 Nr. 13 TDDDG ordnungswidrig, der Bußgeldrahmen liegt bei bis zu 300.000 Euro. Praktisch heißt das für dich: Dein AI-Assistant-Channel zeigt nur die Sitzungen mit Einwilligung. Lies ihn als Trend, nicht als Besucherzählung.

Was Google Analytics nicht zeigt

Der blinde Fleck ist größer als die Messlücke. Analytics zählt Klicks. Ob ChatGPT deine Marke in einer Antwort nennt, ohne dass jemand auf den Link tippt, steht dort nicht, und nach unserer Erfahrung passiert das bei KI-Antworten häufig. Referral-Traffic belegt den Geschäftswert deiner Sichtbarkeit, er misst sie nicht.

Für die Erwähnungen brauchst du die zweite Messung: dieselben echten Fragen deiner Zielgruppe regelmäßig über mehrere Antwort-Engines stellen und festhalten, ob du erwähnt, zitiert oder gar nicht vorhanden bist. Wie du diese Sichtbarkeit in KI-Antworten misst, haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben. Genau diesen Kreislauf aus Scouting, Antwort-Check, Content-Produktion und Attribution bündelt flize an einem Ort.

Häufige Fragen

Warum sehe ich ChatGPT-Traffic manchmal unter „Direct“?

+

Weil der Referrer fehlt und kein Parameter überlebt hat. Das passiert bei Klicks aus Apps, bei Weiterleitungen und bei Kurz-URLs. Prüfe zuerst, ob deine Weiterleitungen Query-Parameter mitnehmen: Das ist die häufigste selbst verursachte Lücke.

Kann ich sehen, welche Frage jemand in ChatGPT gestellt hat?

+

Nein. Googles Übersicht der Traffic-Source-Dimensionen führt Quelle, Medium, Kampagne, Kampagnen-ID, Quellplattform und Standard-Channelgruppe auf, eine Dimension für den Prompt ist nicht dabei. Du siehst die Quelle und die Landingpage. Die Landingpage ist der beste Näherungswert: Sie sagt dir, welche deiner Antworten zitiert wurde.

Zählen Klicks aus Google AI Overviews mit?

+

Nein. Google ordnet AI Overviews und den AI Mode ausdrücklich Organic Search zu und nimmt sie vom Channel AI Assistant aus. In GA4 sind sie damit nicht von der klassischen Google-Suche zu trennen.

Brauche ich dafür ein zusätzliches Tool?

+

Für die Klicks nicht, GA4 reicht. Für die Frage, in welchen Antworten du überhaupt vorkommst, reicht es nicht, weil viele Erwähnungen ohne Klick enden.

Johannes Zimmer
Johannes Zimmer ist Gründer von flize (sitebrunch GmbH) und hilft Unternehmen und Agenturen, in KI-Antworten sichtbar zu werden.
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